Wenn du aus deiner Jahrtausende alten Trance erwachst

Wenn du aus deiner Jahrtausende alten Trance erwachst und dich für das Selbst öffnest, wenn du das Verletzen und des Verletzt werden, aber auch Scham, Schuld und andere verantwortlich zu machen beiseite lässt, richtest du dich auf die eigene Wirklichkeit. Und du entdeckst deine innere Berührbarkeit und Verletzlichkeit. Und dabei wirst du auch dein Mitgefühl entdecken. Ein Mitgefühl, das du nicht für möglich hältst. Für dich selbst, aber auch für jeden anderen Menschen. Für das Menschliche schlecht hin.
Dann wird etwas in dir aufbrechen. Etwas Dunkles, Zurückgewiesenes und Verborgenes. Der tiefste Schmerz, die verborgenste Verletzung oder Abwertung wird in dir aufbrechen. Und genau das befähigt dich dann auch für andere da zu sein. In Stille und Mitgefühl zu sein und mit ihm zu lauschen.
Und es werden andere Menschen auf dich zukommen. Menschen, die vielleicht noch einen Bogen um dich machten. Du bist jetzt für diese Menschen da. Mit ihrem Schmerz. Wenn in ihnen selbst etwas aufbricht. Lauscht du mit ihnen in der Stille. Hältst für sie den Raum. Weniger urteilend. Weniger eingreifend. Weniger abgelenkt. Vielleicht authentischer, wirklicher und intensiver. Ohne sie festzuschreiben oder zu kontrollieren.
Wenn du dich auf diese neu gefundene Präsenz ausrichtest, mögen sich viele Menschen von dir angesprochen fühlen. Du wirst sie anziehen. Über dein offenes und verstehendes Herz. Sie werden sich sicher mit dir fühlen. Mehr willens sein ihrerseits das Herz zu öffnen und sich zu zeigen. Mit ihren versteckten und tiefsten Wunden. Sie werden dann ihre innersten Verletzungen ausdrücken, ihr Trauma, ihren Schatten, ihr ungeborgen Sein. Sie werden sich mit dir entspannen und sich öffnen.
Und du wirst zu einem heilenden Feld für andere. Du wirst diesen anderen Menschen begegnen. Auf diesem Pfad. Anderen Männern und anderen Frauen. Sie werden dann mit dir und in deiner Präsenz sein.
Hier begegnest du deinem wahrhaftigen Mitgefühl. Unter deinen Abwehr- und Verteidigungsmechanismen. Du wirst zu einem begleitenden Spiegel für andere. Sie können sich dann selbst begegnen. Ihren größten Verletzungen, Wunden und Ängsten. Ihrer Wut und inneren Zerrissenheit. Sie wissen, dass sie nicht verurteilt, manipuliert oder zurück gewiesen werden.
Andere Menschen dagegen werden dies nicht tun können. Sie sind einfach nicht in der Lage, sich selbst an ihrem tiefsten Punkt zu begegnen. Sich selbst die tiefste Wunde und Verletzung zu reflektieren. Dem tiefsten Schmerz Stand zu halten, auszuhalten, nicht auszuweichen. Sich nicht mehr zu verstecken oder davon zu laufen. Niemand und nichts mehr verantwortlich zu machen. Vielleicht ist die Angst sich zu begegnen größer ist als die Angst zu sterben.
Und du wirst erkennen, wer zu deinem Weg gehört. Wer deine Begleiter, wer deine Freunde, wer deine Familie sind. Eine Familie, die in der Wahrheit, im größten Schmerz sich selbst begegnet und öffnet. Für das, was uns Menschen zu Menschen macht. Für unsere Fähigkeit, uns zu heilen, die vielleicht unserem größten Vermögen entspricht.
Einige werden dich erkennen in deinem Mitgefühl, in deinem offenen Herz und in deiner Liebe. Andere werden dies für Weichheit, Sentimentalität oder für Verrücktheit erklären.
Mitgefühl ist das, was wir am meisten brauchen. Mitgefühl und Einsicht in das, was uns zu Menschen macht. Mitgefühl kann aber auch Angst machen, weil es uns zu einer totalen Hingabe auffordert. Und dabei unser Leben aus den Angeln hebt. Und die alten Muster, Strukturen, die Trance an sich aus den Angeln hebt.
Und, du hast es nicht in der Hand: Die Menschen, die bei dir bleiben und die, die gehen.
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