Wagst du den Sprung?

Eine Entscheidung zu treffen ist oft ein Sprung ins Ungewisse

Kürzlich rief mich eine Freundin aus USA an. Sie war mit ihrem Van unterwegs von einem kleinen Städtchen, wo sie im Motel gewohnt hatte, zu einem Campingplatz, wo sie „Natur tanken“ und zur Ruhe kommen wollte. Mitten auf der Strecke hatte sie angehalten und mich angerufen. Sie könne sich nicht entscheiden, ob sie weiter zu dem Campingplatz fahren solle oder umkehren und zurück in das Städtchen, in dem es vor allem interessante kulturelle Angebote gegeben hatte. 

Wir sprachen lange darüber und dass ihre Entscheidungsschwierigkeiten sie schon lange begleiten. Entscheidungsschwierigkeiten kennen wir alle, zumindest zeitweise, und das Schwierigste dabei ist es wohl, die Unentschlossenheit auszuhalten, die zwangsläufig vor einer Entscheidung besteht. Hin und her überlegen, verwerfen, wieder neu bedenken, wieder verwerfen, Selbstzweifel: Ich sollte mich doch entscheiden können, ich bin soooo langsam und unfähig, und – immer noch keine Entscheidung! Vielleicht kennst du das ja.

Das Unangenehme daran…

Doch diese Phase gehört dazu, eine Entscheidung kann erst dann gefällt werden, wenn sie „reif“ ist! Sie ergibt sich dann wie von selbst, und daß die Zeit davor „grummelt“ und „köchelt“ und sich verdammt unangenehm anfühlen kann – wer das weiß, kann es viel gelassener ertragen. Diese Gelassenheit ist sogar sehr nützlich, um zur Entscheidung zu kommen. Sie ist dann nicht mehr beeinträchtigt von all den querschiessenden Gedanken, die die Persönlichkeit betreffen, und fokussiert sich mehr auf die Sachlage. 

Doch wie kann ich die Persönlichkeit „reinigen“, frei werden von den Kindheitsmustern? Wie kann ich die Minderwertigkeitsgefühle, die Zweifel, das Zögern beenden? Es gibt viele Wege dazu; der sich für mich als schlüssigster ergeben hat ist das Familienstellen. Das Gegenwartssystem aufzustellen, um die gegenwärtigen Beziehungen zu klären: frühere Partner:innen, die oft zahlreich waren. Und dann das Herkunftssystem: verstorbene Geschwister, Kriegsereignisse, früher Tod eines Elternteils usw., was manchmal sogar bewußt gewesen war, aber emotional nicht zugänglich.

Familienstellen hilft

Durch das Aufstellen entsteht mehr Sicherheit und Vertrauen ins Leben. Ereignisse können emotional verarbeitet werden. Situationen, die vorher beeinträchtigten, zu Blockieren und Ausweichen führten, lassen sich dann lösen. Ein neues Selbstbewußtsein entsteht und Gefühle, die früher undefinierbar waren, lassen sich nun zuordnen und verstehen. Und Entscheidungen fallen dann wesentlich leichter.

Es macht Sinn, zumindest sein Gegenwarts- und sein Herkunftssystem einmal aufzustellen, um sich Klarheit über die Verbindungen zu seinen aktuellen Lebensumständen zu verschaffen. Das was nicht rund läuft, hat meist eine Verbindung zur Vergangenheit: Eltern, die nicht richtig anwesend waren, weil sie schon in ihrer Herkunft gebunden waren an Ereignisse und an ausgeklammerte Personen; Ereignisse, die Generationen zurück liegen und heute noch Auswirkungen haben. Das Aufstellen bringt diese Dinge in den Blick und führt sie in Richtung einer Lösung.

Zwei Aufstellungen

Ich finde, du solltest für dich zumindest diese zwei Aufstellungen machen. Denn mit jeder geklärten Person kommt mehr Ausgeglichenheit in die Welt. Und die Welt kann das brauchen. 

 

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