Das Bild zeigt den klaren Blick, den wir auf die Vergangenheit haben müssen.

Familienstellen: Ganz hingehen, um weggehen zu können

Das Leben wird nach vorne gelebt. Und nach hinten verstanden.

Beim Familienstellen schauen wir „nach hinten“. Widerspricht das nicht dem „nach vorne leben“? Manche sagen: „Ich will mich nicht mit dem alten Kram beschäftigen, ich muss mein Leben jetzt in Ordnung bringen.“ Das ist insofern richtig, als es Menschen gibt, die im Bedauern des Vergangenen feststecken und nicht auflösen können, was sie bis heute darin festhält.

Das Familienstellen betrifft aber den zweiten Teil der Überschrift. Wir wollen verstehen, was uns hindert, im Hier und Jetzt ganz präsent zu sein. 

“Baustellen”

Vielleicht merkst du ja in deinem Leben, daß manche Dinge sich wie in einer Schleife wiederholen. Oder es ist grundlegend ein Gefühl da, nicht richtig oder nicht ganz in der Kraft zu sein. Oder, und das ist mehr die „Opfer-Sicht“, daß das Leben immer wieder Schwierigkeiten präsentiert, die einem das Lebensglück vermiesen.

Dann ist es wichtig, noch einmal nach hinten zu schauen. Wir können nur nach vorne gehen, wenn hinten alles geregelt ist. Konnte ich meine Mutter nehmen wie sie ist oder habe ich immer noch Vorwürfe an sie? Das ist meist die erste seelische „Baustelle“. Wir müssen ganz zu ihr hingehen können, um uns dann zu lösen und ins Eigene zu gehen. 

Die Väter sind oft ausgegrenzt. Besonders, wenn sie die Familie verlassen haben. In den Aufstellungen sehen wir aber oft, daß sie keine Chance hatten, bei der Frau zu bleiben. Auch hier ist Aufräumarbeit angesagt, denn ohne den Vater bleiben wir nur halb. Auch hier müssen wir hingehen, um in Frieden weggehen zu können.

Verbunden mit diesen ersten beiden Beziehungen, auf die wir zurückblicken müssen, sind die Schicksale, die in den Familien von Mutter und Vater sich ereignet haben. Die Einfluß auf deren Entwicklung hatten, so daß sie nicht für ihr Kind (für dich!) in ihrer ganzen Kraft und Liebe da sein konnten. 

Familienstellen erleben

Man muss die Aufstellungen erlebt haben, um wirklich zu verstehen, was ich hier nur andeuten kann. Im Rückblick können wir sehen und als Erfahrung mitnehmen, was wirklich gefehlt hat; welche Tiefe der Schmerz hatte und wie wir ihn bewältigt haben, indem wir die Vergangenheit „weggepackt“ haben, sie aber unbewusst in unseren Handlungen weiterführten. 

Wenn wir das in seiner vollen Intensität erlebt haben, dem unser Herz geöffnet haben, dann können wir es zurück lassen. Dann darf es gewesen sein. Wir verstehen plötzlich, warum unser Leben bisher so gelaufen ist. Und es darf jetzt anders weiter gehen. Wir sind hingegangen und dürfen jetzt weitergehen ins Eigene. Mit der Kraft unserer Ahnen. Wir müssen jetzt nichts mehr für die Vergangenheit tragen, sondern die Vergangenheit trägt uns. Wir dürfen nach vorne schauen.

Nehmen wir Schmerz und Freude als Lehrer an, dann werden wir eine Wandlung durchmachen und als Menschen immer wieder ein Stück voran gekommen sein. Das Erfreuliche soll freuen, das Schmerzliche schmerzen, aber ohne daß wir uns darin verlieren. So bekommen wir eine Chance, das Leben in seiner Fülle zu erleben und als einen Entwicklungsweg ins volle und bewusste Sein zu betrachten.

Wie wir Familienstellen verstehen…

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