Praxistag – Familienstellen erlernen

Liebe Teilnehmer der Weiterbildung, liebe Freunde,

manchmal sieht das Familienstellen leichter aus als es tatsächlich ist. Das ist unsere Erfahrung. 
 
Wenn wir selbst mit im Feld als Aufstellungsleiter stehen, verlieren wir oft den Überblick. Wir stehen dann zu nahe am Geschehen. Und, wir sind nicht mehr in der Lage das gesamte System wahrzunehmen. Wir fokussieren uns dann auf einen Teilbereich und eine Teillösung, ohne dem Gesamten gerecht zu werden. Oder es kommen eigene Themen in Resonanz mit dem Aufstellungsgeschehen, und wir verlieren die eigene innere emotionale Distanz. Wir werden dann in ein Thema mit hinein gezogen. Oder wir verfolgen mit der Aufstellung bestimmte Absichten. Wir wollen helfen. Wir wollen es dem Klienten erträglicher oder leichter machen. Oder wir haben persönliche Vorlieben oder Abneigungen, denen entsprechend wir Aufstellungen zu beeinflussen versuchen. Wir übertragen dann unsere Abneigungen und Ängste oder unsere Vorlieben auf die Aufstellung. Damit verlieren wir unsere Neutralität und bleiben in der Dualität gefangen.
 
Familienstellen ist immer das Gegenteil dieses Einmischen-Wollens. Ich ermächtige das Feld. Ich stelle mich in dessen Dienst. Ich handle aus einer tieferen Einsicht, im Einklang mit dem Feld. Ich verlasse mich auf die schöpferische Intelligenz, die durch eine Aufstellung wirkt. Als Person bin ich zurück gezogen. Ich orientiere mich an den größeren universellen Werten, an den Gesetzen, die dem Leben zu Grunde liegen. Eine tiefere Wahrheit findet durch die Aufstellung ihren Ausdruck. Dass dies geschehen kann, setzt eine gewisse innere Reife und Lebensweisheit voraus. Was durch das Feld gezeigt wird, ist für unser Alltagsbewusstsein oft schwer zu begreifen.
 
Franz hat den Prozess auf Facebook folgendermaßen beschrieben: 
 
„Ich finde es momentan noch wichtiger, als schon Aufstellungen leiten zu wollen, weiter an der inneren Haltung und der Wahrnehmung zu arbeiten. Das setzt voraus, dass ich mir mein Leben, meine Verstrickungen, und insofern auch meine „Vor-Stellungen“ schonungslos anschaue. Das heisst nicht, mich verdammen, sondern ein Verständnis für meine Beweggründe, für meine Vorlieben und Abneigungen, zu entwickeln. Gleichzeitig den theoretischen Hintergrund für das Aufstellen mir anzueignen und über das Erleben vieler Aufstellungen ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die Liebe im Hintergrund immer wirkt, also auch, welche Umwege sie nimmt, bzw. nach welchen Gesetzmässigkeiten diese Liebe funktioniert. Wenn mein Leben an manchen Stellen nicht „rund läuft“, kann ich schauen, wo ich noch in falschen Vorstellungen gefangen bin, welcher Person ich noch nicht in Liebe zugewandt bin, sondern mit Kritik und Überheblichkeit auf sie schaue. Bert hat uns dieses Aufgeben des persönlichen Standpunktes gelehrt, indem er augenblicklich die ausgeschlossenen Personen in sein Herz genommen hat.“
 
Franz und ich sind glücklich, dass der Praxistag so gut angekommen ist. Wir danken dir, dass du dabei gewesen bist und für dein Einlassen. Wir sehen uns dann im Mai und bis dahin wünschen wir dir eine gute Zeit.
 
Herzlichen Gruß und bis Mai, oder als Stellvertreter.
 
Eva und Franz

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