Modul 7

Familienstellen im Einzelsetting

Dieses Modul ist der Einzelarbeit mit Klienten gewidmet. Oft haben wir als Therapeuten nicht die Möglichkeiten, Aufstellungen in einer Gruppe durchzuführen, sei es, weil die Räumlichkeiten fehlen, oder weil wir nicht genügend Stellvertreter bzw. noch nicht den entsprechenden Kundenkreis haben.

Für manche Klienten kann es auch schwierig sein, sich vor einer Gruppe zu zeigen; ihre Scham ist zu groß. Es kommt ausserdem vor, dass Personen aus dem öffentlichen Leben fürchten, erkannt und diffarmiert zu werden, und deshalb eher den Schutz eines Einzeltermins wünschen.

Und last but not least: Manche Aufsteller arbeiten lieber mit Einzelklienten als mit einer Gruppe.

Wir werden während dieses Moduls das Arbeiten mit Püppchen, mit Platzhaltern am Boden und das Arbeiten in Trance kennen lernen:

Manche Aufsteller arbeiten mit Püppchen, andere mit Symbolkarten, andere mit Heilsteinen. Dieser Arbeit gemein ist, dass sie in der Regel am Tisch stattfindet und einen guten Rapport und Kontakt mit dem Feld voraussetzt.
Platzhalter am Boden, also Papierblätter (die man beschriften/bemalen kann), Kissen, Schuhe, extra vorbereitete Stelen, etc., ermöglichen es entweder dem Therapeuten, dem Klienten, oder beiden, sich auf die entsprechenden Positionen zu begeben. Geht der Klient auf die Positionen, setzt es voraus, dass er seine Geschichte, seine Vorstellungen und Vorwürfe beiseite lassen und sich dem Spüren des Feldes anvertrauen kann.

Das Arbeiten in Trance schließlich führt in ein sehr tiefes Erleben des inneren Geschehens. In inneren Räumen können die unterschiedlichen Personen des Familiensystems, deren Schicksal noch einer Klärung bedarf, „besucht“, und in einem inneren Dialog kann die Beziehung zu ihnen geklärt werden.

Für die Arbeit im Einzelsetting haben die Lösungssätze eine besondere Bedeutung. Deshalb werden wir im 7. Modul auch darauf noch einmal besonders eingehen.

In der Einzelarbeit ist der Therapeut besonders herausgefordert, alle Positionen eines Systems zu erfassen und einzunehmen. Identifikation und Gegenidentifikation erfordern sowohl Wissen um die systemischen Zusammenhänge als auch die geschulte Wahrnehmung subtiler seelischer Vorgänge. Gerade die Einzelarbeit ist ein “Übungsfeld”, und verhilft zur Exzellenz des Leitens von Aufstellungen auch in Gruppen.

An diesem Wochenende legen wir auch besonderes Augenmerk auf die Themen Gesundheit/Krankheit und deren Ursachen und Hintergründe. (Krankheits-)Symptome sind in der Regel Hinweis auf eine bestimmte Person im Familiensystem, die hinzugenommen werden soll, oder eine Beziehung, die noch unerfüllt ist. Verschiedene Krankheitsbilder geben Hinweis auf die Art der Verstrickung, die zugrunde liegt.

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